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Samstag, 13. Juni 2015

Ein bisschen Nordluft..

Dieses Jahr rief der Norden, so dass wir dringend eine Reise nach Nordfriesland unternehmen mussten. Standort Nummer 1 war für uns dabei St. Peter-Ording (bzw. ein Dorf direkt nebenan).



Was man im Bezug auf SPO wissen sollte:
* Wunderschöne Strände und tolle Lage
* Viele Angebote für Kinder (Kinderhaus! Westküstenpark!)
* Geführte Wanderungen/Reitstunden/.. ohne Ende
* Guter Standort, um nach Tönning (Wattforum), Büsum (Schiffsausflüge), Husum (Innenstadt, Schloss, Museum) zu fahren
* Für Krimskramsliebhaber ein toller Einkaufsort
* Vormittags sind die Strände der inoffiziell größte Hundeauslauf der Welt
* Wind, Wind, Wind
* Westerhever ist immer einen Leuchtturmausflug wert, aber vor Schafskacke darf man keine Angst haben
* Die Dünentherme sind sehr schön (und sehr überteuert)
* Fast alle Parkplätze kosten immens (je nach Ortsteil kann man jedoch günstige Ganztagesparkplätze finden)
* Gutes Essen findet man selten an Touristenstraßen (Schleswig hat ein wundervolles Restaurant namens Odins Haddeby - das ist einen Ausflug wert!)
* Im Tümlauer Koog gibt es ein Landcafe (eclairs), dass jeden Besucher mit Kind/Hund sofort verzaubert
* Der höchste Berg in Nordfriesland hat anscheinend 45m. Ich wüsste gern wo es den gibt ;)

Es lohnt sich in Schleswig-Holstein ein bisschen herum zu fahren und Städte wie Schleswig, Ratzeburg, Husum oder Flensburg zu erkunden. Sie haben alle ihren ganz eigenen Charme und man kann viel über die unterschiedlichen Gewässer lernen. Für Kinder gibt es genug Muscheln zu suchen, Kinderhausbesuche, Wattwanderungen, Robbenbankbesuche oder Westküstenparkerfahrungen, um nie Langeweile aufkommen zu lassen. Alles in allem: Traumhaft!

Im Westküstenpark ist die Robbenfütterung ein echtes Erlebnis

Pferde gab es (zumindest für uns) tagtäglich zu sehen

Strandfunde


tolles Wetter lädt Wassersportler ein

Husum - Museum

Wer deutsche Literaturklassiker mag wird im Stormhaus (und gegenüber in einem winzigen Buchladen) sicherlich fündig

Dünen gibt es wie Sand am Meer ;) harrr!

Links:



Mittwoch, 10. Juni 2015

Eltern, lasst uns mal weniger quatschen!

Kommt, das kennen wir alle! Zumindest viele. Es ist keine Einzelerscheinung, wirklich nicht. Und ich nehme mich auch nicht davon aus, nein!

manchmal ist ein bisschen Freiheit doch ganz schön ;)


Dauerquatscheltern. Alleskommentator_innen. Durchgängigberieselnde. Ansagenmacher_innen. Laberbacken. Atmungsanmerker_innen. Eltern eben.

Na, wer hat nun Schnappatmung? Sowas darf man doch gar nicht schreiben, denkt ihr? Falsch gedacht! Ich durfte heute im Schwimmbad Zeugin werden. Nein, keines Mordes. Zeugin dessen, dass wir Eltern manchmal einfach die Klappe halten sollten. Weniger ist mehr, oder so. Ein ansonsten wirklich lieber und zugewandter Vater erklärte seinen Kinderlein jeden Atemzug, jede Handbewegung, kommentierte alles. Auch seine Frau blieb nicht verschont, diese jedoch schien einfach nicht mehr zuzuhören. Kein Wunder. Tochter 1 sollte die Schuhe holen. Die Info würde reichen, oder? Nein, nicht hier.
"Bitte geh direkt über den Weg und dann unter den zwei rechten Bäumen entlang. Dann bückst du dich und hebst die Schuhe auf. Trag sie her, dann kannst du sie hier anziehen. Mach doch mal!" Kaum ging sie los korrigierte der Vater aus der Ferne die Position der Schultern, die Gehrichtung, die Gehgeschwindigkeit (ja, ich überspitze an dieser Stelle).
Tochter 2 bekam die Ansage sie solle sich jetzt abduschen gehen. Jetzt. Ergo, sofort. "Ich meine direkt. Und nimm nicht die linke Dusche, sondern die rechte Dusche. Und nicht länger als zwei Minuten. Schrubb deine Beine und Arme kurz ab, denk auch dran die Haare zu waschen. Dann direkt zurück hier hin. Auf dem gleichen Weg aber!" Tochter 2 zog los, Tochter 1 beschloss auch duschen zu gehen und wollte hinterher. "Nein, du nicht. Du wartest bitte und gehst mit mir. Dann werden wir... und... danach..." Seiner Frau erklärte er danach jeden Handgriff des Zusammenpackens, die Art der Handtuchrollung und in welcher Tasche sein Badeslip verschwinden sollte.
An diesem Punkt schaute meine Tochter interessiert auf und fragte ihn ganz laut: "Warum quatschst du denn so viel?"

Und an diesem Punkt wurde es interessant. Zum einen wurde mir selbst klar, dass ich in manchen Situationen auch jeden Klabaster kommentiere oder erkläre. Zum anderen wurde der Vater still und schien das gleiche über sich zu denken.

Denn ganz ernsthaft: Ist es nicht wurscht, ob man erst die Haare wäscht und dann die Beine schrubbt? Am rechten oder am linken Baumrand vorbei geht? Die Schuhe direkt anzieht oder sie erst zur Liegewiese bringt? Ob das Handtuch nun links oder rechts gedrehte Kultur wird? Ob man den Popel isst, wegschnippst oder die Vitamine dem Hund zukommen lässt?

Der Vater antwortete meiner Tochter dann ganz schlicht: "Tschuldigung! Ist mir gar nicht aufgefallen!" Und ich habe mir einen dicken Knoten in mein Taschentuch gemacht, der besagen soll: Texte dein Kind nicht zu. Texte es nicht zu.

Schreib es in den Blogg ;)

Mittwoch, 18. Februar 2015

Gurkenkrokodil: Rezept

Um einen kleinen Beitrag zu unserem Kindergartenfaschingsfest zu leisten, habe ich am Montag Abend noch schnell ein Gurkenkrokodil gemacht. Ideal wenn es nett aussehen, aber kaum Zeit kosten soll. Sonderliches Geschick braucht man nicht, eine Ausgeburt an Kreativität ist auch nicht erforderlich. ;) 


Man braucht:
1 Gurke
100 g schnittfester Käse (hier Gouda)
10 kleine Tomaten
Etwas geschnittene Paprika
2 Rosinen
Spaghetti/Zahnstocher

Die Gurke habe ich an der Unterseite etwas begradigt und "vorne" einen Schlitz für das Maul eingesetzt. Das Maul wurde dann mit einem kleinen, eher spitzen, Messer verfeinert (schaaaarfe Zähne!). Aus dem Rest vom begradigten Unterbau habe ich dann 4 Füße geschnitten und an die Gurke gelegt. In den Mund wurde eine Paprikazunge verfrachtet. Dann ging es an die Spieße: weil wir auch Kleinkinder im Kindergarten haben, habe ich mich für ungekochte Spaghetti entschieden. Aber Vorsicht: diese saugen sich mit Flüssigkeit voll, daher kann man es nicht komplett am Vorabend vorbereiten! Käse, Paprika, Tomaten und das Krokodil habe ich mit Rouladenspießen vorgebohrt. Auf einer Spaghetti alles aufspießen, reinstecken, fertig!
Für die Augen habe ich Käsewürfel und Rosinen genommen. Die Rosinen sind wiederum auch mit Spaghetti festgesteckt.

Restliche Tomaten und Paprika gab es in einer separaten Schüssel dazu. Laugenstangen oder Brezen passen gut zum Krokodil, eventuell mit Frischkäse und Schnittlauch bestrichen. Je nach Wunsch geht natürlich auch Liptauer.


En Guade!

Sonntag, 21. Dezember 2014

Butterhupferl - Weihnachtsgebäck

Dieses Jahr haben wir es das erste mal geschafft wirklich rechtzeitig (jedes Adventwochenende) zu backen und die verschiedenen Naschereien auch zeitlich passend zu verschenken. Nun ist noch einiges für uns übrig und wir können die Tage bis zum 24. Dezember mit vielen guten Schleckstunden füllen.

Ein Rezept, dass ich gerade für die Backstunde mit Kindern geeignet finde ist das folgende:



Butterhupferl:

Zutaten:
280g sehr weiche Butter
350g Mehl
80g Staubzucker
1 TL Backpulver
1 Packung Vanillepuddingpulver (wahlweise ca. 37g Speisestärke und zwei ausgekratzteVanilleschoten)

Vanillezucker und Staubzucker zum Bestäuben

Zubereitung:
Alle Zutaten verkneten und zu einem homogenen Teig verarbeiten. Von diesem dann etwa gleich große Stückchen abtrennen, rollen und platt andrücken. Die Hupferl dann auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech geben und bei 150 Grad Umluft 15-20 min backen (bei mir eher 20min). Das muss man je nach Größe der Hupferl variieren. Ergibt circa 3 Bleche.
Die noch heißen Hupferl mit dem Gemisch aus Vanillezucker und Staubzucker bestäuben und dann erkalten lassen.

Die Idee der Butterhupferl/Puddingplätzchen habe ich aus einer Shopping-Gruppe bei Facebook. Da soll mir noch wer sagen das Internet wäre kein Segen ;)

Samstag, 18. Oktober 2014

Studentenleben, Badezimmerbombardement und ein gutes Glas Wein

Es hat mich wieder gepackt - voll im Griff sozusagen. Das Studentendasein.

Nein, das bedeutet nicht um 12 Uhr aufstehen und 2 Stunden im Hörsaal zu schlafen. Neiiiin, auch nicht mit dem Bier in der Hand ein Seminar zu betreten. Und einfach nicht erscheinen bedeutet es schon dreimal nicht. Zumindest für mich in diesem Jahr ;)

Ich gebe zu, gerade zu Beginn meiner Unizeit war das so manches mal anders. Ich war zwar immer recht brav in Vorlesungen und habe Seminare zu 90% mit meiner Anwesenheit beehrt, aber gleichzeitig war ich auch gerne abends weg oder auf einen Nachmittagsdrink bei Freund_Innen. Das Thema hat sich durch einen Wohnortwechsel und Familienzuwachs drastisch geändert, so dass ich nur noch ein Mindestmaß an Präsenzzeit schaffe und sehr viel in der Nacht/am Wochenende nacharbeite. Gleichzeitig bin ich auch kaum noch auf Partys oder in Bars anzutreffen, weil es mir meistens zu anstrengend ist dafür eine knappe Stunde Fahrtweg in Kauf zu nehmen.
Nun hat sich zumindest letzteres ein bisschen geändert. Durch viele nette Freund_Innen bin ich in letzter Zeit sehr oft eingeladen worden und so musste ich eines feststellen: Der Vorbereitungsplan ändert sich sehr!

Früher habe ich um 18 Uhr eine SmS erhalten wo ich um 20 Uhr sein sollte. Kurz in's Bad, Ausgehtauglichkeit erreichen und dann fahren. Nach dem letzten Bus habe ich eigentlich nie geschaut, denn irgendwie kam ich doch immer nach Hause (oder ich bin eben gelaufen - eher abenteuerlicher Spaß manchmal). Heute kriege ich einen Monat vorher eine Info, damit ich mir einen Babysitter organisieren kann (respektive familienintern abspreche wer wann was macht). 2 Wochen vorher wird noch einmal auf das Datum hingewiesen. Eine Woche vorher sehe ich irgendeine spannende Veranstaltung und frage wer mit mir hingehen mag - werde dann postwendend daran erinnert ich wäre schon verplant. Uppsala. *pfeif*

Am Tag des Tages beginne ich um 16 Uhr gemeinsam mit meiner Tochter zu duschen. Während ich also versuchte möglichst schnell Haare zu waschen werde ich mit kleinen Wassereimern überschüttet/mit dem Schwamm an den Füßen gekitzelt/10 mal gefragt, ob "darf ich auch?" zur Diskussion steht. Um 17 Uhr föhne ich meine Haare, die Haare des auch geduschten Hasen und drehe uns beiden vielleicht auch noch Papilloten in's Haar. Während ich mich schminke folgt ein Fragenbombardement:

"Was machst du da?"
"Muss das sein?"
"Findest du bunte Nägel toll?"
"Darf ich das auch?"

Bin ich soweit fertig ist es kurz vor 19 Uhr. Während ich aus einem Buch vorlese ziehe ich mich simultan um und warte nur noch auf die Ablöse. Sobald diese erfolgt flitze ich zum Bus, um dann gegen 20 Uhr endlich da zu sein. Knappe 4 Stunden Vorbereitungszeit sind noch nie so schnell vergangen. Und irgendwie wird dadurch so manch ein Abend zur richtigen Anstrengung (auch wenn es ansonsten wirklich viel Spaß macht!). Der Wohnort spielt dabei natürlich auch eine große Rolle, weil viel Stress wegfallen würde, wenn wir in der Stadt wohnen würden.

Nach einer Woche mit mehreren solcher Abenden (garniert mit 2 vollen Unitagen und einem renovierten Schlafzimmer) sage ich heute: Ich brauche Erholung! Puh! Ich geh nun die Füße hochlegen. Und genieße morgen in aller Ruhe mein sonst so "langweiliges" Familienleben ;)

Ps.: Ich füge es falls mal an: Ich bereue nichts. Weder die Änderungen, die ein Familienleben so mit sich bringt, noch das "plus" an Stress. Ich bereue auch nicht, dass es früher anders war. Es ist lediglich eine Feststellung. Mit einem kleinen Augenzwinkern. Ganz klein ;) Veränderungen gehören zum Leben und ich genieße das. Anders wäre es doch auch langweilig. Oder nicht?

In diesem Sinne: Prost!

Fast so gut wie ein Glas Wein ;) aber eher Alltag

Donnerstag, 2. Oktober 2014

Leben mit Kindern: Schränke und andere Ungetüme

So langsam ist in unserem Schlafzimmer-Schrank-Renovierungsstress endlich Land in Sicht, so dass ich ein paar Ideen für andere hier lassen möchte. Im Zuge dessen, dass bei uns neue Schränke mehr als überfällig waren haben wir uns explizit überlegt wie wir den Schrank unserer Tochter möglichst sinnvoll und kindgerecht einrichten sollen.
Was mich immer schon an den meisten Schränken gestört hat: Sie sind eigenständig von Kindern kaum zu benutzen. Meistens wird er von den Eltern (über)füllt und die eigentlichen Besitzer sollen möglichst nicht an den Schrank gehen, um die vorsichtig geschaffene Ordnung nicht durcheinander zu bringen. Regalbretter sind so hoch angebracht, dass sogar Erwachsene Stühle oder Leitern brauchen, das Ordnungssystem erschließt sich auch nur dem/derjenigen, der/die die Wäsche einfüllt.

Überladen, zu hoch, kein verständliches Ordnungssystem, unerreichbar oder auch abgeschlossen. 

Also haben wir überlegt wie wir den Schrank unseres Kindes möglichst leicht und sinnvoll einrichten, damit er auch von einer 3jährigen eigenständig bedient werden kann. Die Eigenständigkeit ist mir persönlich sehr viel wichtiger als ein "guter" Kleidungsstil, da der Grundstein zu eigenständigem denken und handeln für mich von Beginn an zugetraut werden muss. Ich kann nicht erwarten, dass etwas mit 6-7 Jahren gut klappt, wenn das Kind nie üben und ausprobieren konnte. Außerdem stärkt es das Selbstbewusstsein enorm wenn man sich selbst anziehen kann und die Kleidung nicht mehr von Mama oder Papa bekommt. Das durfte ich bei so manchem Mitschüler in der Teeniezeit beobachten ;)

Also entschieden wir uns für folgendes System:
* Von oben nach unten geordnet wie es am Körper getragen wird (Jacken, Kleider, T-Shirts/Pullis, Hosen/Röcke, Unterwäsche, Socken)
* Alles ist einfach bebildert, so dass das Kind nicht lange suchen muss und ein durchgängiges System garantiert ist
* die höchste Stelle muss durch einen kleinen Hocker erreichbar sein
* die Tür muss ohne unsere Hilfe geöffnet und geschlossen werden können
* ein kleiner Wäschekorb befindet sich direkt daneben, so dass dreckige Wäsche einen fixen Platz hat



Bisher klappt es gut und ist eine echte Bereicherung gegenüber dem vorherigen Kommoden-alles-geht-irgendwie-rein-System.

Manchmal muss man sich überlegen welche Lebensbereiche den Kindern verschlossen bleiben und ob es nicht sinnvoller ist diese Bereiche erreichbar und nutzbar zu machen. Oft traut man den Kindern zu wenig zu, ist überängstlich oder hat keine Lust auf das ständige Aufräumen. Meine Erfahrung (gerade im Bezug auf den letzten Punkt) ist, dass Übung einfach wichtig ist und sich immer mehr einspielt. Klar wird dann trotzdem mal der Schrank ausgeräumt, aber gemeinsames einräumen und vernünftiges Vorleben richtet doch so manches wieder.
Wenn nun jemand aufschreien möchte, weil das bei dem eigenen Kind niemals-nie-nicht möglich sei: Kann sein. Ich kenne im Zweifelsfalle dein Kind nicht. Ich kann nur schreiben wie wir es machen und wie sich das auswirkt/was passiert. Vielleicht klappt das so bei anderen nicht und dafür habt ihr Bereiche, die offener sind als bei uns. Es gilt wie immer: Kinder und ihre Familien sind ganz individuell zu sehen. Wie jeder an sein/ihr Ziel kommt muss man schließlich selbst austesten und entscheiden.






Sonntag, 28. September 2014

Leben mit Kindern: Jahreszeiten erleben und fühlen

Weil ich gerade wieder eine Nachfrage nach elektronischem Zeitvertreib für Kinder unter 3 Jahren gelesen habe möchte ich doch einen kleinen Post zum alltäglichen Leben mit Kindern verfassen. Es passt so gut und durch den heutigen "Altweibersommer"-Tag fühle ich mich ein klein wenig bestätigt. Aber ab an den Beginn:

Es ist später September, der Sommer weicht merklich und die ersten kalten Herbsttage haben uns in der Früh überrascht. Die Nachmittage sind teilweise noch wunderbar warm, die Blätter fallen und die ganze Natur wechselt von grün zu rot, orange und braun. Der Herbst war für mich immer ein Zeichen des Umbruchs, der Veränderung. Man muss den (hoffentlich) warmen Sommer los lassen und bereitet sich auf die kälteren Tage des Jahres vor. Gerade die Natur wandelt sich sichtlich, die Tiere verschwinden langsam aus den für uns ersichtlichen Gebieten oder legen sich ein anderes Fellkleid zu.

Jetzt mit Kind wird mir die Bedeutung und Symbolik des Herbstes noch mehr bewusst. Meine Tochter wundert sich wieso Blätter von den Bäumen fallen, wieso morgens leichte Eisspuren auf dem Gras zu sehen sind, sie findet kaum noch Schnecken im Garten und die Barfußtage sind gezählt. Das alles gilt es aufzufangen, zu erklären, zu thematisieren und auch zu erleben.
Meiner Meinung nach werden dadurch verschiedene Bereiche geschult, die wir durch kein Computerspiel oder Tablet der Welt erreichen können: Der Sinn für Veränderung, für Endlichkeit, das Erleben von Leben und der Zyklus der Welt. Das liest sich nun furchtbar esoterisch, aber ich finde es elementar diese Chance der Vermittlung zu nutzen. Sie ist direkt vor der Tür und kann in der Großstadt genauso beobachtet werden wie auf dem Dorf. Jeder hat die Möglichkeit die nahe Umwelt seinem Kind zu zeigen und auf Veränderung hinzuweisen. Dazu braucht es kein Geld, kein Auto und keine pädagogische Vorbildung.






Für uns bedeutet das jetzt im Herbst folgendes:
* Gemeinsam wird der Garten für den Winter vorbereitet. Wieso packen wir manche Blumen mit Kokosmatten ein? Wieso werden Blätter um den Baum angehäuft? Was können wir den Tieren nun in den Garten stellen damit sie es fein haben (Kaputte Töpfe in die Hecken setzen, Vogelfutter,...)
* Unsere Tiere verlieren Fell und kriegen einen dicken Winterpelz. Wozu ist dieser dichte Pelz nun? Wozu könnten die Haare dienen (Im Garten ablegen für Vögel z.B.)?
* Spaziergänge durch den Walt, zum Bach und auch mal durch die Wiesen. Was wächst nun? Wie verändert sich der Wald? Was vermissen wir? Was finden wir?
* Gemeinsames sammeln von Nüssen, Kastanien und Ästen um damit daheim zu dekorieren. Passend dazu Fensterbilder gestalten mit den Bildern des Herbstes.

Ich will damit die Elektronik und die Medien nicht verteufeln, definitiv nicht. In manchen Situationen (8 stündige Zugfahrten...) kann ein IPad durchaus Nerven und Leben der Mitmenschen retten. Aber in unserem Alltag sollten wir uns auf das besinnen was wir seit Jahrzehnten erleben und kaum noch bewusst erleben. Für unsere Kinder ist das vielleicht der erste bewusste Herbstbeginn. Die ersten Kastanien, der erste heiße Tee nach einer langen Wanderung oder die erste Jagd durch Blätterhaufen. All das sollte man manchmal vielleicht bewusster genießen. Es geht nicht immer um den schnellen und einfachen Konsum oder um die Medienkompetenz. Manchmal geht es einfach um die Alltagskompetenz. Und die ist gerade für Kinder in den ersten Jahren wirklich spannend genug. Zumindest erlebe ich das so und sehe mich darin sehr oft bestätigt.

Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel :)